Das ist ein Kernthema der Sozialdemokratie. Der demographische Wandel macht auch vor Goldbach nicht Halt. Mittlerweile kommen die »Babyboomer« ins Rentenalter und es steht zu erwarten, dass der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen stark ansteigen wird. Darunter versteht man Wohnungen – in der Regel barrierefrei – in denen Senioren möglichst lange und möglichst eigenständig und selbstbestimmt ihren Lebensabend in Würde genießen können. Das kann der Markt Goldbach allerdings nicht alleine stemmen. Wir brauchen verlässliche und leistungsstarke Partner, die nicht den Profit an erster Stelle sehen, sondern die Priorität auf bezahlbaren Wohnraum setzen. Diese Projekte sollen in Zukunft vermehrt angestoßen werden, auch wenn man manchmal dicke Bretter bohren muss. Ein erster, nicht unwichtiger Schritt in die richtige Richtung war die Änderung der Stellplatzsatzung. Dabei wurde der Schlüssel von 0,2 auf 1 angehoben – also jede seniorengerechte Wohnung, die neu gebaut wird, bekommt einen eigenen Stellplatz. Die Vorstellung, dass Senioren nicht mehr mobil sind und kein eigenes Auto haben, ist nicht mehr zeitgemäß. Neben der Schaffung von seniorengerechtem Wohnen muss die Situation auf dem Wohnungsmarkt insgesamt verbessert werden. Zu viele Familien warten zu lange auf eine Wohnung oder eine eigene Immobilie, die zu ihrem Geldbeutel passt. Eine Möglichkeit wäre, die Leerstände innerhalb des Ortes besser zu nutzen. Es muss für die Besitzer von Altbauten attraktiver werden, Wohnungen im Ortskern zu sanieren und wieder zu vermieten. Das Städtebauförderprogramm ist dabei eine wichtige Hilfe. Die Ausweisung von neuem Bauland lehnen wir dagegen ab. Es dürfen keine weiteren landwirtchaftlichen Flächen mehr versiegelt werden. Die Nachverdichtung im Innerort muss dagegen Vorrang haben. Auch gibt es noch zahlreiche Bauplätze in Goldbach, die zwar voll erschlossen sind, aber schon seit Jahrzenten nicht genutzt werden. Hier muss es ebenfalls Anreize für die Besitzer geben, die Baulücken zu schließen oder die Plätze an geeignete Interessenten zu verkaufen. Bei allen Entscheidungen, die zum Thema »Wohnraum für alle« anstehen, muss jedoch ein Gedanke oberste Präferenz haben: Goldbach ist als Kommune mit kleinstädtischem Charakter und einer Einwohnerzahl von 10.000 an den Grenzen angelangt, die die vorhandene Infrastruktur hergibt. Die weiteren Planungen müssen deshalb mit Augenmaß angegangen werden, damit Goldbach seine Attraktivität und seinen Charme als beliebter Wohnort im Vorspessart behält.